Das Wichtigste in Kürze
- Richtwerte: 220–440 € (Keller), 440–945 € (1–2 Zimmer), 1.765–3.780 € (Haus).
- Pro Kubikmeter: 30–60 € inklusive Entsorgung.
- Wertanrechnung kann den Preis um mehrere Hundert Euro senken.
- Im Erbfall trägt der Nachlass die Kosten — Vorsicht bei der Ausschlagung.
Was eine Entrümpelung kostet
| Objekt | Volumen | Aufwand | Richtpreis |
|---|---|---|---|
| Keller oder Garage | bis 15 m³ | 2 Kräfte, ca. 3 Std. | 220 – 440 € |
| 1–2-Zimmer-Wohnung | 15–30 m³ | 2 Kräfte, ca. 5 Std. | 440 – 945 € |
| 3–4-Zimmer-Wohnung | 30–50 m³ | 3 Kräfte, Ganztag | 945 – 1.765 € |
| Haus / Komplettauflösung | ab 50 m³ | 3–4 Kräfte, 1–3 Tage | 1.765 – 3.780 € |
Umgerechnet ergibt das etwa 30 bis 60 € pro Kubikmeter inklusive Entsorgung. Diese Zahl ist nützlich, wenn Sie Angebote vergleichen wollen: Lassen Sie sich das geschätzte Volumen nennen und rechnen Sie zurück.
Was den Preis bestimmt
Volumen. Der wichtigste Faktor. Ein voller Keller kann mehr Kubikmeter haben als eine spärlich möblierte Zwei-Zimmer-Wohnung.
Etage und Aufzug. Vierter Stock ohne Aufzug kann den Preis um 30 bis 50 Prozent erhöhen. In den Gründerzeitbauten der Mannheimer Oststadt oder der Heidelberger Altstadt ist das der Normalfall.
Art des Materials. Normaler Hausrat ist günstig. Teuer wird es bei Sondermüll — Farben, Lacke, Chemikalien, Altöl, Asbest — weil dieser gesondert entsorgt werden muss. Elektrogeräte und Kühlgeräte mit Kältemitteln ebenfalls.
Zufahrt. Wie weit ist es vom Objekt zum Container oder Lkw? In der Heppenheimer Altstadt oder in den Weinheimer Hanglagen kann das erheblich sein.
Zustand. Bei stark vermüllten Wohnungen kommen Schutzausrüstung, längere Arbeitszeit und teilweise Desinfektion hinzu — Zuschlag 250 bis 945 €.
Wertanrechnung: der unterschätzte Hebel
Viele wissen nicht, dass sich der Preis durch verwertbare Gegenstände deutlich reduzieren lässt. Anrechenbar sind vor allem:
- gut erhaltene Möbel, besonders Massivholz
- Antiquitäten, Kunst, Sammlungen
- funktionsfähige Elektrogeräte, die nicht zu alt sind
- Werkzeug und Maschinen
- Schmuck, Uhren, Musikinstrumente
- Altmetall, das in nennenswerter Menge anfällt
Bei einer durchschnittlichen Haushaltsauflösung sind mehrere Hundert Euro realistisch. Wichtig: Lassen Sie sich die Wertanrechnung im Angebot ausweisen, nicht mündlich zusagen. Und gehen Sie vorher selbst durch die Wohnung — was Ihnen persönlich wichtig ist, sollte gar nicht erst in die Bewertung geraten.
Haushaltsauflösung im Erbfall
Das ist der häufigste Anlass für eine Entrümpelung — und der mit den meisten rechtlichen Fallstricken.
Wer zahlt? Die Kosten trägt der Nachlass, also die Erbengemeinschaft. Bei mehreren Erben sollten Sie sich vorher einigen, wer den Auftrag erteilt.
Vorsicht bei der Ausschlagung. Wenn Sie das Erbe ausschlagen wollen, dürfen Sie vorher nicht über Nachlassgegenstände verfügen. Wer schon Möbel verkauft oder die Wohnung räumen lässt, gilt unter Umständen als Erbe, der die Erbschaft angenommen hat — und haftet dann auch für die Schulden. Die Ausschlagungsfrist beträgt sechs Wochen ab Kenntnis.
Fristen des Vermieters. Das Mietverhältnis endet nicht automatisch mit dem Tod. Erben können mit gesetzlicher Frist kündigen; bis dahin läuft die Miete weiter. Je schneller geräumt wird, desto weniger Miete fällt an — das ist oft der eigentliche Kostentreiber.
Dokumente sichern. Bitten Sie den Betrieb ausdrücklich, persönliche Unterlagen, Fotos und Erinnerungsstücke separat zu legen, statt sie zu entsorgen. Seriöse Betriebe machen das ohnehin, aber sagen Sie es trotzdem.
So senken Sie den Preis
- Selbst vorsortieren. Offensichtlicher Müll, den Sie über die Restmülltonne oder den Wertstoffhof entsorgen können, muss nicht abgerechnet werden.
- Sperrmüll separat anmelden. Die kommunale Sperrmüllabfuhr ist in den meisten Kommunen der Region ein- bis zweimal jährlich kostenlos.
- Wertanrechnung verhandeln und schriftlich festhalten lassen.
- Mehrere Angebote einholen. Die Spanne bei Entrümpelungen ist noch größer als bei Umzügen — Unterschiede von 40 Prozent für dasselbe Objekt sind keine Seltenheit.
- Termin flexibel halten. Wer nicht auf ein bestimmtes Datum angewiesen ist, bekommt oft einen besseren Preis.
Woran Sie einen seriösen Betrieb erkennen
- Er besichtigt vorher und schätzt nicht am Telefon.
- Er nennt einen Festpreis und keinen Stundensatz mit offenem Ende.
- Er weist die Wertanrechnung schriftlich aus.
- Er kann die fachgerechte Entsorgung nachweisen — bei Erbfällen und Vermieterübergaben ist das regelmäßig relevant.
- Er hat eine Gewerbeanmeldung und ein vollständiges Impressum.
- Er wirbt nicht pauschal mit „kostenloser Entrümpelung“. Das funktioniert nur in Ausnahmefällen, und wer es pauschal verspricht, rechnet es an anderer Stelle wieder ein.
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